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    <title>Oberacker Natur und Technik : RSS Produkt Feed :: Frederic Vester: Systemmodell Terror Prevention</title>
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      <title>Frederic Vester: Systemmodell Terror Prevention</title>
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      <description><![CDATA[ <a href="https://test.oberacker.de/index.php?main_page=product_info&products_id=1697&utm_source=rss&utm_medium=rssfeed"><img src="https://test.oberacker.de/images/520072,4.jpg" alt="Frederic Vester: Systemmodell Terror Prevention" title="Frederic Vester: Systemmodell Terror Prevention" width="79" height="100" style="float: left; margin: 0px 8px 8px 0px;"></a><a href=http://www.oberacker.de/images/Film_PDF/vester_interview_dm.pdf target=_blank><em>PDF zum Produkt betrachten</em></a><br><br><a href=http://www.oberacker.de/images/Film_PDF/?video=f_vester target=_blank><em>Video zum Produkt betrachten</em></a><br><br>Systemmodell "Terror Prevention": Neue Denkansätze im Umgang mit Konflikten und Komplexität. Frederic Vester im Gespräch mit Kerstin Richter. DirektMarketing 05/2003<br>Frederic Vesters Systemanalyse "Terror-Prevention" kann als englische Fassung (ca. 30 Seiten, mit Abbildungen) bezogen werden.<br><br>Frieden durch vernetztes Denken<br>„Ich dachte, die Menschheit hätte längst kapiert, dass ein Präventivkrieg ein<br>Verbrechen ist und letztlich immer auf den Angreifer zurückschlägt. Auch wenn<br>Saddam jetzt gestürztworden ist, wird es für die USA ein Pyrrhussieg sein. Statt<br>Ordnung wird Chaos entstehen. Die arabische Welt wird sich abwenden und die<br>Rückwirkungen auf die Weltlage werden erschreckend sein“, so die Meinung<br>von Prof. Dr. Dr. h.c. Frederic Vester. Der Begründer des vernetzten Denkens<br>spricht im Schlusspunkt-Interview über eine andere Sicht der Wirklichkeit sowie<br>neue Denkansätze im Umgang mit Konflikten und Komplexität.<br><br>Prof. Vester, als Begründer des vernetzten<br>Denkens haben Sie einen systemischen<br>Ansatz für den Umgang mit Konflikten<br>entwickelt. Wie funktioniert das Systemmodell<br>„Terror Prevention“, welchen Prinzipien<br>folgt es?<br>Schon gleich nach den Anschlägen vom<br>11. September war mir klar, dass wir es bei<br>dieser Form des Terrors mit einem höchst<br>komplexen Problem zu tun haben. Einfache<br>Straightforward-Strategien können<br>in solchen Fällen nicht helfen. Man löst<br>dann vielleicht ein Teilproblem, schafft<br>aber damit gleich wieder drei neue. Es galt<br>also, ein Modell der gesamten Vernetzung<br>aufzubauen, an dem man außer Wirkungsketten<br>auch die Rückwirkungen und Regelkreise<br>des Terrorsystems im größeren<br>Zusammenhang darstellt und so dessen<br>Verhalten auf bestimmte Strategien voraussagen<br>kann.<br><br>Prof. Vester, als Begründer des vernetzten<br>Denkens haben Sie einen systemischen<br>Ansatz für den Umgang mit Konflikten<br>entwickelt. Wie funktioniert das Systemmodell<br>„Terror Prevention“, welchen Prinzipien<br>folgt es?<br><br>Schon gleich nach den Anschlägen vom<br>11. September war mir klar, dass wir es bei<br>dieser Form des Terrors mit einem höchst<br>komplexen Problem zu tun haben. Einfache<br>Straightforward-Strategien können<br>in solchen Fällen nicht helfen. Man löst<br>dann vielleicht ein Teilproblem, schafft<br>aber damit gleich wieder drei neue. Es galt<br>also, ein Modell der gesamten Vernetzung<br>aufzubauen, an dem man außer Wirkungsketten<br>auch die Rückwirkungen und Regelkreise<br>des Terrorsystems im größeren<br>Zusammenhang darstellt und so dessen<br>Verhalten auf bestimmte Strategien voraussagen<br>kann.<br>der Systemdynamik heraus interessante,<br>zum Teil überraschende Aussagen und<br>strategische Hinweise.<br>Jedenfalls entstand in kurzer Zeit– noch<br>vor dem Afghanistan-Einmarsch – unter<br>dem Namen „Terror Prevention“ ein aussagereichesSensitivitätsmodell,<br>in dem die<br>komplexen Wirkungen und Rückwirkungen<br>simuliert wurden. Eine Ausarbeitung, die<br>u.a. auch dem Pentagon und der EU (Task<br>Force European Security and Defense<br>Policy) vorliegt.<br><br>Zu welchen Ergebnissen sind Sie bei Ihren<br>Analysen zum Thema Terror und Irak-Krise<br>im Einzelnen gekommen?<br><br>In der Systemanalyse heißt es in zwei der<br>insgesamt zehn Conclusions, dass eine<br>Überreaktion auf die Terrorangriffe an die<br>stärkste Sensitivität des Systemmodells<br>rührt, was langfristige Effekte betrifft.<br>Ohne eine „Control of Overreaction“ bleibt<br>nicht eine einzige Rückkopplung, die den<br>Kreisprozess zwischen Terrorakten und<br>den dafür rekrutierten Teams zum Umkippen<br>bringen könnte. Nur selbst regulierende<br>Regelkreise bleiben übrig und stabilisieren<br>den Terrorzyklus über die ständige Bildung<br>neuer Selbstmordkandidaten. Die Conclusion<br>als Handlungsempfehlung lautet:<br>Keine überproportionalen kriegsähnlichen<br>Reaktionen, sondern nur zurückhaltende<br>Maßnahmen, deren Nebeneffekte genau<br>analysiert sind.<br>Eine weitere Schlussfolgerung betrifft<br>die irreversible Fixierung auf falsche<br>Schwerpunkte: Je mehr man sich auf eine<br>Zielperson oder -gruppe konzentriert und<br>je mehr die Medien darüber reden, umso<br>mehr macht man im Sinne einer positiven<br>Rückkopplung Helden oder Märtyrer aus<br>diesen Personen und erleichtert die Rekrutierung<br>von Terrorteams. Die Conclusion<br>lautet hier: Aufhören, die Bedeutung<br>individueller Personen als „Schlüssel“ für<br>Terroraktivitäten hochzuspielen.<br><br>Dann ist vernetztes, systemischesDenken<br>der Weg überhaupt, um zukünftig Krisen<br>und Konflikte auf allen Ebenen zu überwinden?<br><br>Allerdings, denn es verbessert deutlich die<br>Fähigkeit zur Kommunikation und zum<br>Konsens auch unterschiedlicher Interessen.<br>Und nur auf diese Weise kann man Fragen<br>angehen wie: Welches ist der effektivste<br>Weg, weitere Terrorakte zu vermeiden?<br>Genügt es, die vermutlichen „Köpfe“ der<br>fanatisierten Bewegung zu eliminieren<br>oder wie wahrscheinlich ist es, dass dann<br>unmittelbar Nachfolger auftauchen? Wo<br>liegen die Wurzeln der Anschläge? Was<br>nährt sie und erhält sie aufrecht? Was<br>fördert, was verringert die Rekrutierung<br>von Selbstmordteams? Kann man die<br>Quellen desHasses zum Versiegen bringen?<br>Was wären die Nebeneffekte einer Gegenattacke?<br>Was, wenn man damit das falsche<br>Ziel trifft?<br><br>Warum tun sich die Menschen Ihrer<br>Meinung nach mit vernetztem Denken<br>immer noch so schwer?<br><br>Bisher werden diese neuen Techniken<br>nicht im Hinblick auf neue Erkenntnisse<br>eingesetzt, sondern wohl eher zur Stabilisierung<br>bestehender Systeme. Statt die<br>Wirklichkeit neu zu sehen, geht es lediglich<br>darum, noch mehr Daten in noch<br>schnellerer Zeit an noch mehr Stellen<br>gleichzeitig zu verarbeiten. Doch mehr<br>Information heißt noch lange nicht besser<br>informiert sein. Es kommt auf die Auswahl<br>an und auf die Beziehung zwischen den<br>Daten. Und da hapert es beträchtlich.<br><br>Was muss die Menschheit hauptsächlich<br>lernen, um wirklich netzwerk- und „systemfähig“<br>zu sein?<br><br>Vernetzt denken bedeutet in Zusammenhängen<br>denken, also nicht nur in einzelnen<br>Ursache-Wirkung-Beziehungen, auch nicht<br>in bloßen Verzweigungen und Wirkungsketten,<br>sondern vor allem die Einbeziehung<br>von Rückwirkungen, Kreisprozesse, Aufschaukelungs-<br>und Selbstregulationsprozessen.<br>Erst die geben Auskunft über<br>das Verhalten eines Systems. Sei dies<br>eine Firma, ein Verkehrssystem oder ein<br>Schulsystem. Da aber solche Wirkungen<br>meist auch über andere Lebensbereiche<br>laufen und nicht nur den Ausgangspunkt<br>des Problems betreffen, indem sie z.B.<br>von der Technik über die Lebensweise zu<br>Wirtschaft, Umwelt, Infrastruktur, Regeln<br>und Gesetzen und wieder zurück<br>zum Menschen laufen, ist vernetztes<br>Denken immer interdisziplinär. Und davor<br>scheuen viele Fachleute zurück. Sobald<br>sie komplexen Vorgängen gegenüberstehen,<br>fürchten sie, in Daten zu ertrinken<br>und ziehen sich schnell wieder auf ihren<br>engeren Fachbereich zurück, weil sie<br>meinen, nur dort kompetent zu sein.<br>Genau dies führt in die Irre, denn in<br>unserer zunehmend komplexeren Welt<br>ist es immer wichtiger, die Beziehungen<br>zwischen einzelnen Bereichen zu erfassen,<br>um Fehlentscheidungen oder falsche<br>Weichenstellungen zu vermeiden. Dazu<br>brauchen wir nicht etwa mehr Daten,<br>sondern lediglich eine andere, sozusagen<br>„systemische“ Aufbereitung derselben.<br>Ein neuer Umgang mit Komplexität ist<br>in der Tat eine zentrale Herausforderung<br>für die Zukunft. Es geht hier nicht um ein<br>neues Fachgebiet „Komplexität“, vielmehr<br>um eine grundsätzlich andere Sicht der<br>Wirklichkeit. Das Erkennen von Zusammenhängen<br>und Rückwirkungen kann man<br>üben. Wir müssen uns für die Komplexität<br>der Wirklichkeit neu öffnen, das Lernen<br>neu erlernen. Dann würde weder in der<br>Politik noch in der Geschäftswelt noch im<br>Privatleben so vieles, was wir doch<br>eigentlich exakt geplant haben, komplett<br>danebengehen.<br><br>Vielen Dank für das Gespräch!<br><br>Für DIREKT MARKETING<br>wirft Diplom-Betriebswirtin<br>(FH) Kerstin<br>Richter, Wirtschaftsjournalistin,<br>jeden<br>Monat ein Auge auf<br>Aktuelles und Trends<br>aus derMarketing- und Wirtschaftswelt.<br><br>Direkt Marketing 5/2003<br><br><br>
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      <author>test@oberacker.de (Wolfgang Oberacker)</author>
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      <pubDate>Fri, 08 Apr 2022 20:52:35 +0200</pubDate>
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